Entmündigung des Kulturtreibenden?
Kommentar zu einem in der Zeitschrift 'profil' erschienenen Artikel über das Jüdische Filmfestival
In der österreichischen Wochenzeitschrift 'profil', (Ausgabe 47, 22. November 2010, S. 110, Autor: Stefan Grissemann) erschien ein Artikel über die schiefe Beziehung der Israelitischen Kultusgemeinde zum Jüdischen Filmfestival Wien.
Dass es sich hierbei um keine einzelne Episode handelt, sich die Standpunkte beider Seiten in den Beziehungen zu anderen Personen oder Organisationen vielmehr immer wieder schwierig gestalten, ist ja nichts Neues. Dass sich das (Wiener) Judentum in Gestalt der Israelitischen Kultusgemeinde in diesem Artikel allerdings weniger als Volk, sondern vielmehr und wiederholt als Religionsgemeinschaft deklariert, hat mir doch zu denken gegeben.
Aus diesem Anlass habe ich einen weiteren Gedankensplitter verfasst.
Um jeglicher Diskussion bereits im Vorfeld den Wind aus den Segeln zu nehmen: der Artikel hat keinerlei antisemitischen und rassistischen Hintergrund, hat nicht die Absicht, beteiligte oder unbeteiligte Personen zu diffamieren oder generell aggressiv gegen irgendjemand oder irgendetwas zu sein. Ich denke nicht, unsachlich attakiert zu haben. Ich erwarte auch keinerlei Reaktionen, bin aber jederzeit gerne bereit, in einen diversifizierenden Diskurs zu diesen Themen einzusteigen, solange dieser keine Ankage darstellt. Ich habe etwas beobachtet, das mir Fragen aufgeworfen hat, und darüber habe ich geschrieben. Es liegt mir fern, jemanden zu beleidigen , zu kränken oder gar zu diffamieren. Ganz im Gegenteil, der Artikel ist auch ein Credo für die Eigenständigkeit künstlerischer Betätigung im Allgemeinen und der Festivalkuratoren im Speziellen.
Der jüdisch-amerikanische Nobelpreisträger für Biochemie Wiener Abstammung, Prof. Dr. Otto Loewi, hat in seiner Biografie einst erzählt, daß sich seine Mutter jeden Tag nach der Heimkehr von der Schule erkundigte: "Und, hast Du heute eine g'scheite Frage gestellt?". Ich halte diese Einstellung für ebenso klug und wichtig wie das Pfadfinder-Prinzip der täglichen guten Tat. Meine heutige Frage habe ich in diesem Gedankensplitter gestellt.
Sollte diesen Artikel tatsächlich jemand lesen und einen Diskurs darüber führen wollen: ich lerne IMMER GERNE dazu und freue mich über jede konstruktive Reaktion!
Stay tuned!
- Links:
- Jüdisches Filmfestival Wien: www.jfw.at
- Israelitische Kultusgemeinde Wien: www.ikg-wien.at
- profil: www.profil.at
